Beim Spielen geht es um zwei entgegengesetzte Pole. Zum einen, den eigenen Spielmodus zu erleben: die eigene Sinneswahrnehmung, im Hier und Jetzt sein, jenseits von Richtig und Falsch handeln, Kreativität, tiefe Freude und Neugier.
Zum anderen geht es darum die eigenen Spielblocker zu erleben. Beispielsweise, wenn wir Angst bekommen, wenn uns alte festgefahrene Muster, übergestülpte Bewertungen oder unsere Glaubenssätze in die Quere kommen. Wenn wir ein guter Mensch sein wollen, oder wir andere retten wollen. Wenn wir Ideale verwirklichen wollen, wenn wir Machtlosigkeit überspielen, auf unserem Standpunkt beharren oder uns nur am Äußeren orientieren.
All dies benötigt man eigentlich nicht, hängt aber darin fest und findet in der Regel nicht, wie man sich da herausbewegen kann. Stattdessen versucht man, sich noch mehr anzupassen, noch mehr richtig zu machen. Durch solches Verhalten wird viel von unserer Kraft gebunden, manchmal so weit, dass wir uns regelrecht kraftlos fühlen, keinen Zugang zu unserer Kreativität haben und auch nur eingeschränkt lern- und entwicklungsfähig sind. Schon das alles macht für uns Sinn, uns damit zu beschäftigen. Ein weiterer Grund ist, dass wir all das an unsere eigenen, oder als Pädagogen an die uns anvertrauten Kinder, unbewusst weitergeben, wenn wir uns nicht damit auseinandersetzen.
Dafür gibt es die sogenannte Primärarbeit. Dort widmen wir uns bewusst unseren Blockaden, die uns unbewusst steuern und die wir gerne ändern möchten.
Paradoxerweise können sich Blockaden dadurch auflösen, dass sie wertneutral, man könnte auch sagen, liebevoll angeschaut und somit in unser Leben integriert werden. Solange sie nämlich ignoriert, weggedrückt oder bekämpft werden, entfalten sie im Unbewussten eine unerwünschte, aber umso größere Macht.
Dadurch, dass nichts von dem, was in diesem Bewusstwerdungsprozess auftaucht, in einer Bewertung oder Beurteilung landet, entsteht eine innere Geborgenheit, die es uns ermöglicht, immer mehr ans Licht treten zu lassen, damit es uns nicht mehr begrenzt und beeinträchtigt.
Das besondere an diesen Spielen:
– Wir spielen mit einfachen Gegenständen wie zum Beispiel: Stäbe, Bälle, Seidentücher, Tische, Stühle, Seile, Matten.
– Reines Spielen ohne Gewinner oder Verlierer, jenseits von Wettkampf und Bewertung, wo Fehler gewünscht sind.
– Bewusstes Spielen mit unseren Sinnen.
– Spielen mit Entwicklungsmöglichkeiten z.B. Wahrnehmungsfähigkeit, Bewegungen mit anderen Menschen synchronisieren oder gegensynchronisieren, unterschiedliche Lernstrategien kennenlernen.
Und wozu das Ganze?
Wir tun das, um mit den Schwierigkeiten, die im Leben eben so aufkommen, besser klarzukommen. Bei den meisten Problemen sind ja eigene, dahinterliegende und oft unbewusste Prägungen die Ursache. Daran können wir etwas ändern. Andere Menschen können wir nicht ändern, nur uns selbst.
Vielleicht klingt das jetzt alles etwas anstrengend und schwer, was es manchmal auch wirklich ist, aber wie in unserer Bildergalerie sehr schön zu sehen ist, haben wir gleichzeitig auch unglaublich viel Spaß und Freude in diesen Seminaren.