Seminartext

Oft entsteht ein Impuls, irgendwie dieser Spannung, dieser Situation zu entkommen. Und dies kann man nicht nur äußerlich, indem man wegläuft, sondern eben auch innerlich, indem man sich auf irgendeine Weise abschneidet von dem Schmerz, der da drin liegt, und von dem Unwohlsein.

Aber dann gibt es auch diese zweite Möglichkeit, dass man voll drin bleibt, voll dabei bleibt, voll in Kontakt bleibt mit sich selber. Denn dieses, dass man sich abschneidet, passiert ja nicht im Außen, dies passiert in einem selber. Man spaltet sich ab von einem Teil von sich selbst, damit man nicht spüren muss, den Schmerz, die Spannung, das Unwohlsein.

Doch wenn man es schafft, in diesen Momenten dabei zu sein, dann ist das eigentlich immer wie ein Tor zur Entwicklung, das Tor zu Neuem, zum Lernen. Im ganz Großen angeschaut ist es die Brücke von dem, dass man sich einsam fühlt, zu dem, dass man sich mit allem verbunden fühlt.

Man könnte sagen, man landet im „All-eins-sein“ mit allem. Und dies ist interessanterweise vom Wort her sehr nahe am „Allein-sein“

Also, es gibt die Möglichkeit, wenn man sich in solchen Momenten nicht abspaltet, nicht ausweicht, wirklich ganz kontinuierlich dabei zu sein – in seinem eigenen Leben. Und In dieser verbundenen Lage haben wir natürlich viel mehr Zugang zu unserem eigenen Potential, als wenn wir uns von uns selber abtrennen.

Diese Möglichkeit zu entdecken und zu entwikeln, auch in schwierigen Situationen mit dem eigenen Potential ganz verbunden zu bleiben, üben wir an diesem Wochenende durch körperliche und soziale Übungen, sowie durch Gespräch, in dem wir die Gedankenfehler anschauen, die uns oft daran hindern All-eins zu sein.